Anna-Lena von Hodenberg über die Demokratie in Flammen
Anna-Lena von Hodenberg kennt die Kehrseite der digitalen Öffentlichkeit besser als die meisten. Als Gründungsgeschäftsführerin von HateAid kämpft sie seit Jahren gegen Hass im Netz – und für das Recht, sich trotzdem Gehör zu verschaffen.
Gelernte Journalistin, unter anderem für RTL und den NDR tätig, gründete sie HateAid 2018 gemeinsam mit Campact e. V., Fearless Democracy e. V. und einem auf digitale Gewalt spezialisierten Juristen. Mehrere Tausend Betroffene hat die Organisation seither mit rechtlicher, technischer und psychologischer Beratung unterstützt.
„Dass sich Menschen nicht trauen, sich öffentlich zu äußern, ist der Grund, warum wir HateAid gegründet haben!“
Schweigen ist selten freiwillig, das macht von Hodenberg im Gespräch deutlich. Wer online angegriffen, bedroht oder bloßgestellt wird, zieht sich zurück – und genau das ist die Wirkung, die Hass im Netz entfalten soll. Betroffene verstummen, während die Angreifenden weiterschreiben. Für eine demokratische Gesellschaft ist das ein Alarmsignal, kein Randphänomen.
Die Lösung liegt für sie nicht nur bei den Nutzerinnen und Nutzern, sondern bei den Plattformen selbst. Design ist keine neutrale Entscheidung, sondern eine politische. Algorithmen, die auf Empörung optimieren, ließen sich auch anders bauen – mit echter Wahlfreiheit für die Konsumentinnen statt vorgegebener Aufmerksamkeitslogik.
„Man könnte Social Media auch anders designen, damit wir, die KonsumentInnen, eine Wahl haben!“
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