00:00:02: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Neustift.
00:00:12: Schön, dass du wieder heute mit mir dabei bist Andreas und ich sage ja immer wir haben einen besonderen Gast aber diesmal haben wir einen Gast der macht etwas ganz ähnliches wie Du es eigentlich machst oder?
00:00:31: zumindest anders habe ich den Eindruck und deshalb bin ich tatsächlich sehr neugierig auf unseren Gast heute, weil ich natürlich herausfinden möchte wo es Gemeinsamkeiten und wo es Unterschiede gibt.
00:00:45: Und wir begrüßen heute in unserem Podcast Sascha Dache
00:00:50: Einen wunderschönen guten Tag.
00:00:51: Herzlich
00:00:51: willkommen Herr Drache, schön dass Sie bei uns sind!
00:00:53: Herr Dracher sie sind bei uns weil sie ein Buch geschrieben haben das heißt falsch reich warum Erfolg nicht trägt.
00:01:01: und bevor wir dazu kommen erzählen Sie vielleicht noch mal ein bisschen was von sich.
00:01:06: ich habe gelesen.
00:01:07: die beraten seit siebzehn Jahren vermögende Privatpersonen Organisationen Stiftung wie auch immer.
00:01:13: aber erzählen sie uns und unseren Hörern und Hören mal ganz kurz wer ist Sascha Drache?
00:01:18: Also vom Prinzip ist es so, ich bin selber Unternehmer gewesen und bin nicht bis heute Unternehmer.
00:01:24: Ich habe irgendwann das Stiftungswesen kennengelernt in dem ich eine eigene Stiftung aufgesetzt habe, eine gemeinnützige Stiftungen die sich um Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen gekümmert hat.
00:01:36: Das hat einige Jahre gut funktioniert.
00:01:38: dann hab' ich gemerkt meine Arbeit hat so Wirkungen auf der...auf mein Umfeld dass mich andere fragen hey Sascha du hast doch diese Stift- tion.
00:01:46: kann ich das nicht auch machen?
00:01:47: Ich würde sowas auch gerne tun Und dann habe ich dabei geholfen, wie man das Ganze aufsetzt.
00:01:52: Wie man sowas in die Wege leitet und es wurde immer mehr und immer mehr.
00:01:56: Und diese Anfragen wurden halt so professionell auch weiter im Umfeld dass sich nicht selber begleitet haben vorher, dass ich daraus ein Unternehmen machen musste.
00:02:05: Deswegen bin ich dann im Laufe der Zeit Stiftungsberater geworden.
00:02:08: Während ich Stiftung berater geworden bin, musste ich mich natürlich auch mit dem Gedanken befassen, wie kommen Gemeinnützige Organisationen an noch mehr Geld?
00:02:17: Wie kann man gute Projekte fördern, wie kann man mehr als den eigenen Ertrag anziehen und habe mich noch zum Fundraising-Referenten weiterbilden lassen von der Fundraining Academy?
00:02:30: Das war eine sehr schöne Zeit.
00:02:32: Und da habe ich gelernt – ah!
00:02:34: Der gemeinnützige Sektor ist sehr wohl in der Lage Menschen dazu zu bewegen Geld in die Gemeinnützlichkeit zu bringen und Geld ohne Wiederkehr sozusagen auszugeben.
00:02:47: Allerdings habe ich auch gemerkt, dass viele Menschen sich grundsätzlich mit dem Gedanken anfreunden könnten etwas wegzugeben.
00:02:55: Auch für immer wegzugegeben.
00:02:57: allerdings ist nachdem... Ich würde gerne nicht besonders viel mehr gekommen.
00:03:06: also der Konjunktiv hat eigentlich vorgeherrscht muss man so zu sagen und dann hab' ich mich mehr damit beschäftigt Nicht nur gemeinnützige Stiftungen sondern auch Privatnutzigestiftungen in die Welt zu setzen den Menschen dabei zu helfen, ihre Vermögenssituationen zu ordnen.
00:03:24: Und da habe ich das erste Mal gemerkt – ah Moment!
00:03:27: Die Menschen machen keine Stiftungen weil sie Steuern sparen wollen, weil sie irgendeine Absicherung fürchten oder eine Verlust fürchten sondern sie brauchen eine Struktur die in der Lage ist sie selber zu überleben.
00:03:43: dadurch wird ihr eigenes Leben entspannter.
00:03:48: Sie werden ruhig geordnet Und dann, wenn sie geordnet sind.
00:03:54: Dann sind Sie auch bereit mehr zu geben.
00:03:57: dieser Schluss sozusagen der ist mir da gekommen und genau davon handelt mein Buch nämlich davon diese Unruhe in sich festzustellen und danach diese in Ordnung zu bringen und dadurch ein ruhigeres Leben zu haben.
00:04:11: Andreas das ist in anderen Worten ein bisschen wie dein Spiegelbild oder?
00:04:14: Ja ich... finde ich schon total, weil ich glaube dass die Situation der Unternehmerfamilien tatsächlich ja die ist das sie verschiedene Gedanken haben um sich gesellschaftlich zu engagieren.
00:04:29: Ich glaube und es wird sicherlich in dem Buch auch eine Rolle spielen.
00:04:33: Es gibt ja vor dem ich mache etwas man sollte könnte tun.
00:04:37: es gibt ja es gibt hier intrinsische Motive um überhaupt sich gestschaftlich zu angangieren, weil Jörg du weißt das auch viele es nicht tun.
00:04:45: Wir haben ja insgesamt in der Bevölkerung nur eine Spenden der Innenquote von dreiundzwanzig, vierundzwanzig Prozent.
00:04:53: Das heißt ein großer Teil der Menschen engagiert sich nicht.
00:04:56: also es gibt welche die haben eben diesen Wunsch etwas zu tun.
00:05:01: und dann stehen sie quasi wieder ox vor dem Stiftungstor und überlegen sich was mache ich damit?
00:05:08: Und denken eigentlich erst mal über eine Struktur und wenig über den Inhalt nach.
00:05:13: ist das ne Erfahrung die Sie auch gemacht haben?
00:05:15: Oh ja, also das ist eine Erfahrung die ich über bestimmt fünfzehn Jahre in Folge die ganze Zeit gemacht habe.
00:05:23: Die Leute kommen mit der Idee Ich möchte gerne die Struktur, ich möchte gerne dass, mich wird davon befreien, dass sich so eine unruhe Spüre oder mein Steuerberater hat gesagt, ich soll das machen.
00:05:33: Also diese Ideen sehe ich andauernd ob das GmbH Holding-Strukturen, ob das Stiftungen sind, ob es gemeinnützige oder auch nichtgemein nützigen Vereine sind.
00:05:44: von der Struktur her und denken danach, sie kämen zu einer Lösung.
00:05:47: Aber genau das thematisiere ich auch in meinem Buch.
00:05:51: Das ist mein drittes Buch.
00:05:53: In den ersten beiden habe ich die Struktur beleuchtet.
00:05:55: In diesem beleuchte ich eben nicht mehr die Struktur sondern dass man zuerst eine Ordnung schaffen muss.
00:06:03: Zuerst Aussprache haben muss.
00:06:04: Zuerst Ordnung haben muss.
00:06:06: ohne die ist eine Struktur eigentlich Fehlerplatz.
00:06:10: Kommen denn die potenziellen Stifterinnen und Stifter wegen der Struktur, wegen ihrer zivilgesellschaftlichen Kompetenz oder vielleicht weil sie selber Unternehmer sind und deren Handeln und Denken nachvollziehen können?
00:06:28: Also ich würde sagen dass viele meiner Kunden sehen das.
00:06:32: Ich denke wie Sie.
00:06:34: Und das ist der Hauptgrund warum ich in der Lage bin diese Schnittstelle überhaupt darzustellen.
00:06:39: Das würde ich schon so sehen aber erst im Rückblick also früher habe ich gedacht Jeder ist ja nur für sich selbst da und damit wäre dann für alle gesorgt.
00:06:49: Aber mittlerweile habe ich festgestellt, die meisten brauchen Unterstützung dabei aufs nächste Level zu kommen, auf das nächste Unternehmerlevel zu kommen auch aufs Nächste Ausstiegs-Level zu kommen.
00:07:00: also Ich habe Unternehmer, die möchten gerne ihren Lebensabend bestreiten und mal weg von der Arbeit von den dreißigvierzig Jahren, die sie selber geschaffen haben.
00:07:11: Die trauen aber noch nicht ihrem Abkömmling zu, dass er tatsächlich die Firma sauber und ordentlich übernimmt.
00:07:16: Weil das immer noch der kleine Bub mit dem man auf den man eigentlich stolz sein kann will ist, aber im Ansicht in das Zutrauen noch nicht geben will um es mal so zu
00:07:28: formulieren.
00:07:28: Und auf der anderen Seite der kleine Buub aber auch nicht von dem begeistert ist was denn erfolgreiche Vater gesellschaftsrelevant denkt und handelt.
00:07:38: Ja,
00:07:38: vor allem wenn du siebenvierzig bist und du sitzt deinem Vater gegenüber der sich immer noch behandelt als wärst du siebzehn so lange du die Füße unter meinen Tisch stellts machst du gefällig das was ich sage?
00:07:48: Das ist im unternehmerischen Kontext nicht besonders stärkend.
00:07:53: Und ist es dann das gesellschaftliche das philanthropische Engagement dass vielleicht an der Stelle Generation wieder zusammenbringt?
00:08:01: Ich würde das noch nicht so allgemeinern, weil die Philanthropie und der Gedanke der Gesellschaft etwas zurückzugeben funktioniert aus meiner Beobachtung nur dann wenn die Familie selbst weiß wie es weitergehen wird.
00:08:16: Also ich nenne das so Ordnung ist die Vorbedingungen für Großzügigkeit.
00:08:23: also erst wenn jemand mit sich selbst im Reinen in Ordnung isst er weiß wie's läuft, er weiß was in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten weiter gehen wird sofern er das strukturiert, dann wird er auch großzügig in dem was er gibt.
00:08:38: Bevor wir aber vielleicht noch mal die Ordnung einsteigen Sie sagten gerade der Gesellschaft etwas zurückgegeben.
00:08:44: ich habe nicht den Eindruck dass Unternehmer der Gesellschaft was weggenommen haben.
00:08:48: warum sollten sie denn auch etwas zurück geben?
00:08:51: Es ist nicht das Gefühl, dass sie der gesellschaft etwas weggennommen haben sondern dass sie etwas von der Gesellschaft bekommen haben nämlich die nötige Anerkennung, den nötigen Marktplatz Kundenkreis, die nötige Ideenreife, die man entwickeln kann ohne sich Sorgen zu machen.
00:09:10: Man kann aus Ruhe und Struktur, kann man wesentlich bessere Dinge schaffen als wenn man ständig in Unruhe gehalten wird.
00:09:18: Wenn man hier durch die Straßen getrieben werden würde, würde ich mir vorstellen dass der ein oder andere Unternehmer gar nicht erst Unternehmer werden würde.
00:09:24: Es stellt sich nicht an den Straßenrand und verkauft Orangensaft weil er eigentlich damit rechnen kann gleich erschossen zu werden.
00:09:32: Deswegen denke ich, dass man der Gesellschaft in Anführungszeichen in der Form was zurückgeben will indem er Verantwortung übernimmt.
00:09:39: Sie haben vorhin gesagt Ordnung ist die Grundlage.
00:09:42: quasi Wie stellen sie Ordnung her wenn sie merken da sitzt ihnen jemand gegenüber der mit einem bestimmten Wunsch vielleicht in Unordnung gerät um an ihrem Bild zu bleiben?
00:09:56: Das wäre anmaßend wenn nicht sagen würde Ich würde diese ordnung herstellen sich stelle eigentlich nur die Fragen, damit man sich selber orientieren kann mit sich selbst.
00:10:07: Also wenn ich nicht weiß dass ich unruhig bin dann gehe ich davon aus bei mir läuft eigentlich alles.
00:10:12: außerdem habe ich mit Menschen zu tun die ständig von Erfolg verwöhnt werden also deren Kontostand wächst andauernd.
00:10:18: das Vermögen wird immer mehr zur einer Million kommen noch eine Million und jeder normale Mensch ums mal so zu formulieren würde denken ja wieso?
00:10:29: Wenn der so reich ist wie so arbeitet er denn überhaupt noch?
00:10:32: Ja, weil er nicht den Antrieb hat für Geld zu arbeiten sondern für einen anderen Antrieb sich selber gegeben hat.
00:10:37: Und so ähnlich ist das mit der Ordnung und mit der Struktur ebenfalls.
00:10:42: Wenn ich mir meinen Sohn anschaue und der ist siebenundvierzig Jahre alt und ich glaube immer noch dass das ein siebzehnjähriger ist dann muss ich einfach erwachsener werden.
00:10:50: Dann muss ich mal mir die Frage stellen warum schaue ich so auf denen?
00:10:54: Welche Sorgen und Nöte verbinde ich damit?
00:10:57: habe ich vielleicht die Vermutung, dass er es ohne mich nicht schafft?
00:11:00: gebe ich deswegen das Zepter bin ich der Meinung, dass er mich anschließend nicht versorgen kann.
00:11:05: Ist damit meine eigene Existenz gefährdet?
00:11:07: Diese Art von Fragen die stelle ich.
00:11:10: Die Antworten sind nicht immer schön aber sie sind auflösend.
00:11:15: Aber
00:11:15: wie entstehen aus Fragen den Ordnung?
00:11:19: das finde ich spannend.
00:11:21: also wie entsteht eine ordnung daraus dass ich über bestimmte Dinge Über ihre fragen angeregt reflektiere?
00:11:28: genau dadurch also fragen wer fragt der führt Ich stelle die Frage, die Antwort kommt und dann ist es so was wie eine Selbstverständlichkeit.
00:11:38: Ah Moment!
00:11:39: Stimmt ich habe eigentlich das und das gedacht und das sorgt dafür dass das und Das passiert.
00:11:45: dadurch kriege ich einen Grund warum ich so denke wie ich denke und deswegen kann sich das auflösen.
00:11:53: also Die Auflösung entsteht durch die Antwort die man sich anschließend auf Basis der Frage gibt nicht umgekehrt.
00:11:59: Es ist ja ähnlich wie hier Wenn wir keine Fragen stellen würden, dann könnten wir keine Antworten bekommen.
00:12:05: Ohne Antworten würden wir keine Klarheit bekommen
00:12:07: und keine Erkenntnis.
00:12:09: Mein Gott das hat ja schon philosophischen Charakter hier das Gespräch.
00:12:13: Herr Drache lassen Sie mich nochmal zurückkommen.
00:12:17: Sie beraten natürlich am Ende auch die Struktur und die Form.
00:12:21: Und wenn man sich ihr Buch anguckt, und so ein bisschen ihren Lebenslauf dann endet das ja häufig in einer Stiftung in irgendeiner Form.
00:12:30: Würden sie sagen dass die Klientel, die Sie vertreten sehr stiftungsaffin ist?
00:12:34: an der Stelle?
00:12:36: Ich würde sagen, dass das Marketing zum Thema Stiftungen wunderbar funktioniert wobei die Stiftunge selber nicht mal tausendfach im Jahr gegründet wird sondern eher darunter, also aber mehrere hundert Mal.
00:12:51: Das bedeutet der Bedarf an der Stiftung an sich hat zugenommen.
00:12:56: allerdings ist eine Stiftungen nicht für jeden die Lösung.
00:13:00: Also wenn man zum Beispiel bei mir in die Beratung kommt neun von zehn dieser Beratungen enden ohne Stift und weil man noch nicht die Stifterreife hat, die nötig ist.
00:13:11: Nicht weil man das Vermögen nicht hergeben wollte sondern weil man etwas machen möchte was vielleicht auch wieder nur übertüncht.
00:13:21: Also ganz einfach ausgedrückt, wenn jemand zu mir kommt und sagt Herr Drache ich will eine Stiftung dann ist das eigentlich keine Beratung mehr sondern es ist ein Auftrag und ich frag was soll die Stiftungen für sie lösen?
00:13:36: Und die Antwort lautet ja alles!
00:13:38: Dann weiß ich der er ist noch nicht wirklich stiftungsreif warum nicht?
00:13:44: weil er etwas übertünchten will für sich selber nicht klären möchte, wo er die Fragen scheut und denkt wenn ich jetzt eine Stiftung gründete dann wird das alles gut.
00:13:52: Und die Botschaft habe ich auch schon mehrfach in der Praxis erlebt bei Leuten die von mir weg uns zu anderen hin gegangen sind und nach Jahren wieder zurückkommen.
00:14:05: Eine Stiftungen wird gegründet, wenn man dann in die Familie kommt und der Sohnemann sagt ja wissen Sie jetzt haben wir so eine Stifte aber geklärt ist hier gar nichts.
00:14:15: Geklärt es nur dass wir nicht mehr darüber reden dürfen.
00:14:19: Dann wissen Sie, jetzt haben sie eine Rechtsform die unsterblich ist.
00:14:25: Die etwas konserviert was vorher hätte geklärt werden sollen möglicherweise die saubere Nachfolge oder ähnliches.
00:14:33: also deswegen nicht alle Wege führen zur Stiftung manche führen auch weiter von weg
00:14:41: Und manche sind ja auch nicht ideal, wie geht man dann mit einer Klientel um?
00:14:45: Die sagt darüber wird nicht gesprochen oder sie haben es vorhin gesagt die sehr erfolgreich ist und sich was im Kopf gesetzt hat.
00:14:52: Das eigentlich dann umsetzen will mit ihnen?
00:14:55: Ja ich habe zum Glück die Wahl zu sagen Ich kann das unterstützen oder ich kann es nicht unterstützen.
00:15:01: Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht dass die Menschen sehr wohl in der Lage sind einen Schritt weiterzugehen.
00:15:07: Also wenn derjenige sich tatsächlich beraten lässt Gedanken darüber macht, was wir besprechen.
00:15:13: Mal sich die Situation anschaut wie es denn die Familie aufgestellt haben sie schon mal mit jemandem darüber gesprochen?
00:15:18: das sind alles Dinge die mir im fundraising auch entgegen gekommen sind.
00:15:22: ja Sie haben andauert Leute die sagen Ja ich fördere dass ihr Projekt super spannend Ich könnte mir da auch vorstellen was zu machen Aber dann machen die nichts.
00:15:32: Das liegt daran weil sie sich selber von ihrem Vermögen nicht trennen wollen.
00:15:35: Die haben diesen muskel ich gebe etwas weg für immer gar nicht trainiert.
00:15:40: Und dann, wenn man das in meiner Sparte sieht wo ich schon mehrere hundert Stiftungen begleiten durfte.
00:15:48: Da merke ich ah dieser Muskel der wird andauern trainiert.
00:15:51: also der Trend geht zur Zweitstiftung.
00:15:54: Wenn man was Privatnütziges gemacht hat möchte man danach etwas Gemeinnützige machen.
00:15:57: Also die Schwelle dahingehend ist viel viel größer und Ich schiebe das halt auf diese Idee dass man sagt hey okay ich habe das für mich geordnet ich fühl mich jetzt sicher.
00:16:07: und Jetzt Wo ich mich sicher fühle möchte ich auch Was anderes tun?
00:16:14: Sie haben ja gerade das Stiftungsmarketing angesprochen und ich habe so ein Stück rausgehört, dass so mit den siebenhundert, siebenundfünfzig-Stiftungsgründungen im Jahr noch nicht mal der Bodensatz des Unternehmertums abgedeckt ist.
00:16:29: Das heißt trotzdem alle kennen das Wort der Stiftung.
00:16:33: Ich befürchte allerdings – da wäre Ihre Einschätzung für mich auch nochmal wichtig zu hören – viele gar nicht richtig verstehen was sich hinter diesem Begriff eigentlich verbirgt.
00:16:44: Hinter den Begriffsstiftungen?
00:16:47: Ja, Unwissenheit ist in dem Falle kein Segen wenn man nicht weiß dass eine Stiftung eine verselbstständigte Vermögensmasse ist in der man Nicht tun und lassen kann was man will.
00:16:58: auch übrigens einer der Rahmen die ich versuche in dem Buch zu bringen.
00:17:02: falsch Reich bedeutet ja nicht so viel zu haben.
00:17:04: falsch Reich Bedeutet nur nicht entschieden zu haben Was von dem was bleibt nach meinem Tod Nach meinem Ausstieg, nach was auch immer.
00:17:16: Wie das wirken soll?
00:17:18: Wenn man das nicht tut dann kriegt man die entsprechende Unordnung auch nach dem Tod und hat mal nichts mit zu tun.
00:17:24: Bleiben wir bei den Begriff der Stiftung.
00:17:26: Die Stiftungen sorgt dafür dass man genau diesen Rahmen setzt Und zwar sowohl gemeinnützig als auch privat nützlich.
00:17:32: wenn ich in der Privatnützigen-Stiftung ansage wer in der Familie davon profitieren darf und wer nicht habe Ich eine klare Vorgabe Der Vorstand muss sich daran halten Die Organe müssen sich daran halten.
00:17:45: Bei der Gemeinnützigkeit ist es noch viel intensiver, da.
00:17:50: ich mache ganz gerne das Beispiel von den lila-getupften Delfinen die ich gerne fördern möchte dann stelle ich fest oh verdammt!
00:17:56: Ich habe mich für lila getupfte Delfine entschieden.
00:17:58: eigentlich ging's mir um mehrere Säugetiere, die hätte ich gerne gefördert aber meinen Stiftungszweck lässt das nicht mehr zu weil ich habe mich schon so sehr festgelegt dass ich mir eigentlich zu wenig Gedanken gemacht
00:18:10: habe.
00:18:13: Wir haben hier vor einiger Zeit mit Felix Oldenburg über den gefesselten Wohlstadt gesprochen, der ja eine sehr starke Kritik an den Stiftungen kundgetan hat.
00:18:23: Ihr Buch heißt nun falsch reich.
00:18:25: da wäre meine Frage was wäre denn richtig reich?
00:18:31: Das ist eine spannende Frage.
00:18:32: das schraube ich dann vielleicht als nächstes das Buch wobei sagen müsste mein Umfeld formuliert eher Wenn es um das Thema Stiftung geht, dass das nächste Buch nicht richtig reich heißen sollte sondern richtig arm.
00:18:48: Denn Vermögen was man weggibt gehört einem ja nicht mehr.
00:18:51: Es wirkt danach nur.
00:18:54: und wenn ich mir Felix Oldenburg angucke dann ist genau diese Formulierung die eigentlich der sich wünscht, dass sie Leute richtig arm sind Das vermögen sofort seine Wirkung entfaltet.
00:19:04: In meiner Welt würde sagen Sie ist direkt diametral.
00:19:11: Ich hätte gerne Vermögen so lange und so gut wie möglich im Bestand, weil dieses bestehende Vermögend das sorgt dafür dass nichts kaputt geht.
00:19:22: Erträge erwirtschaftet und neu auskehrt.
00:19:25: Dieser Weg gefällt mir deutlich besser als hinzugehen und zu sagen ich verteile jetzt alles an alle und danach gucken wir mal was über bleibt?
00:19:33: Das ist einfach nicht meine Position!
00:19:35: Das heißt Sie sind ein bekennender Fan von Stiftung?
00:19:39: Ja
00:19:40: Und das obwohl sie mit ihrer eigenen Stiftung festgestellt haben, dass es so eine wahnsinnig agile und bunte Zivilgesellschaft gibt.
00:19:49: Wie konnten Sie dann dieser Stiftungs oder dem Gedanken die Treue halten?
00:19:53: Vom Prinzip ist es so dadurch, dass ich nicht die Berührungspunkte mit einer Stiftungen habe in der alles eingesperrt ist und danach mal schaut was geht sondern dass sich sogar viele Hundertstiftungen sehe, sehe ich die Vielfalt auch in der Stiftlungslandschaft.
00:20:10: Und wenn ich mir anschaue, wie vielfältig natürlich die Bereiche sind, die gefördert werden können, sehe ich, dass man sich in seiner Stiftung genügend flexibel aufgestellt hat.
00:20:21: Dass man jedes dieser Punkte weiter erfüllen kann auch über den Tod hinaus.
00:20:27: Wenn ich mich mit der Stiftungswelt auf die Liedergedruckten der Fiene konzentriere dann habe ich etwas geschaffen was nicht wirklich lange andauern wird.
00:20:36: also ich hab mich zu sehr gebunden.
00:20:39: Aber überlegen Sie mal, wie viele geniale Themen, gemeinnützige Themen es mittlerweile gibt die wir vor thirty-fünf Jahren noch niemals hätten sehen können.
00:20:48: Aber ich glaube das ist ja jetzt eine inhaltliche Denke und die Vielfalt der Stiftung ist glaube ich unbestritten.
00:20:54: aber am Ende haben sie auch selber schon gesagt ist ja auch die Struktur der Stifte möglicherweise etwas... Ich glaube sie haben irgendwo mal geschrieben wenn der Untergang seiner eigenen Stiftungen ist Wie sieht's damit aus?
00:21:09: Wenn man eine Stiftung aufsetzt und da schlechte Strukturen erschafft, also sich an sich auch schlecht beraten lässt indem man sich entweder selber versucht zu beraten oder indem man Berater ohne langfristige oder langjährige Erfahrung benutzt.
00:21:24: Dann kommt man auf die Idee dass eine Stüftung ja was ist was man aufbauen kann und ganz kurz wieder abreißen kann.
00:21:31: damit hat man den Sinn der Stiftungen schon komplett nicht verstanden.
00:21:35: Ich denke in meinen Beratungen nicht über zehn, zwanzig, dreißig Jahre.
00:21:39: Ich denke ein hundert, zweihundert, dreihundert, vierhundert Jahre.
00:21:43: Das ist eine ganz andere Perspektive mit der man auf etwas drauf schaut und deswegen bin ich auch nicht begeisterungsfähig für kurzfristige Themen sondern für langfristige themen.
00:21:55: nichtsdestotrotz weiß ich natürlich dass sich große Projekte die jetzt gerade anstehen die fördern möchte oder gefördert bekommen und dafür brauche ich Geld.
00:22:07: Und dieses Geld möchte ich gerne auch flüssig machen können, deswegen ist es nicht notwendig dass man eine Stiftung immer all seinen Vermögen schenkt sondern man kann ein Teil seines Vermögens in eine Stifte einbringen und schon gehen die Denkweisen wieder auf das man nämlich nicht hingeht und sagt ah diese Stiftungsthema wenn ich das benutze dann ist das für immer weg und die Leute denken dann immer in alles oder nichts.
00:22:31: also Wenn ich all mein Vermögen in der Stiftung hätte, dann wäre ich Apleite.
00:22:35: Wenn man diese Art von Denker hat, wird man auf gar keinen Fall eine Stiftungen gründen.
00:22:39: aber mir wird auch gar auf gar kein Fall irgendein gemeinnütziges Projekt fördern.
00:22:43: und genau daher kommen diese schlechten Spenderquoten weil die Leute immer in diesem alles oder nichts denken unterwegs sind.
00:22:50: und wir müssen die Menschen eher davon begeistern dass sie sagen guck mal dir geht's doch gut das ist doch deine finanzielle Basis auf der du dich ausruhst.
00:22:59: und mal ganz ehrlich Ich habe Menschen gesehen, die zehn Millionen Euro Vermögen haben und die rumdiskutieren über zwanzigtausend Euro Förderung.
00:23:06: Das ist im Verhältnis zu ihrem Ertrag an sich nichts.
00:23:11: Aber ich hab auch schon andere kennengelernt, die keinen Millionen Vermögens haben und bei zwanzigtausend Euro nicht mal mit der Bimper zucken weil sie sagen cooles Projekt das wird auf jeden Fall gut, dass machen wir!
00:23:21: Und das kommt aus dieser inneren Sicherheit geben kann oder diese, die man sich eben nicht geben kann.
00:23:27: Es ist ein innerer Dialog den die Menschen mitnehmen.
00:23:31: und wenn... Wenn man als Fundraiser unterwegs ist und vor so einem Spender sitzt oder potenziellen Spendersitz der nichts hergibt dann nimmt man das doch persönlich.
00:23:42: Man denkt ah verdammt ich war nicht gut genug.
00:23:44: Ich habe das nicht genügend überzeugend drüber gebracht.
00:23:46: mein Projekt ist so genial und trotzdem will er es nicht machen.
00:23:49: Der lehnt mich persönlich ab.
00:23:51: nein!
00:23:52: Er lehnt nicht dich als Fundraiser ab, er lehnte nicht mal dein Projekt ab.
00:23:56: Er ist einfach nur mit sich selber noch nicht im Rhein.
00:23:58: und deswegen muss man weg von der Argumentation, dass man sagt ja unser Projekt ist das, la-la-la, sondern muss hingehen und sagen okay ich verstehe das jetzt mal abseits von unserem Projekt.
00:24:11: wie stellen Sie sich das denn vor?
00:24:12: Was haben sie sich dann schon für Gedanken gemacht?
00:24:14: was soll aus ihrem Vermögen werden wenn sie nicht mehr sind?
00:24:17: Eine Großzügigkeit ist ja offensichtlich unabhängig von dem Vermögend, Jetzt ist es, Sie beschreiten da ja eine ganz gute Situation.
00:24:25: Wir haben auf der einen Seite Vermögende und Stiftung und wir haben auf die anderen Seite gemeinnützige Organisationen und Fundraiser oder Fundraising.
00:24:37: Warum klafft und so nehmen das ja viele wahr?
00:24:40: Warum klaft zwischen diesen beiden Welten so eine große Lücke?
00:24:44: Ich glaube dass das eher nur daran liegt, dass man den Betrachtungswinkeln ein bisschen zu nah hat.
00:24:49: Denn wenn man noch weiter raussuchen würde, würde man sehen Wieso?
00:24:53: Die stehen doch komplett direkt nebeneinander.
00:24:55: Stiftungen und Vereine sind auch dasselbe, sind organisiert, sind Vermögensmassen, kümmern sich um irgendwas wo es satzungsmäßig drum geht die sind doch wohl ganz eng beieinander.
00:25:06: das heißt man zoomt einfach weiter raus und stellt fest oh sie sind ganz ganz eng bei einander.
00:25:10: je weiter ich reinsume desto mehr sehe ich.
00:25:12: ah ja wir haben hier vermögen gebündelt diese fünf millionen euro die da jetzt im stiftungsvermögen drin liegen die in unserem jetzigen projekt das wäre der absolute Erhaltsbringer.
00:25:25: Das kommt also aus der eigenen Betrachtung heraus und ich würde den Zoom einfach rausnehmen und sagen, guck mal sei doch einfach mit dem erstmal zufrieden dass diese fünf Millionen Euro für immer existieren werden denn es ist ein ungeschmälert zu erhaltenes Vermögen.
00:25:40: du kannst auch froh sein das dieses Geld investiert ist in etwas in Unternehmen in Festgeldanlagen in was auch immer was erträge erwirtschaften soll.
00:25:52: dieser ertrag der dient dir.
00:25:54: Und zwar nicht dieses Jahr, nicht nächstes Jahr sondern über die nächsten Jahre und Jahrzehnte wenn du das ganz sauber und ordentlich projektierst.
00:26:01: Das bedeutet, du musst dich nicht um die Projekte kümmern und dein Neid auf dieses Vermögen richten, sondern du musst deinen Bedarf an die Erträge richten.
00:26:11: dann kriegst du ganz langfristige Finanzierung.
00:26:14: Ich glaube, diesen Plädoyer Jörg sich aus der eigenen Blase mal rauszunehmen und mal auf dem Berg zu steigen und sich alles anzuschauen tut sicherlich allen Beteiligten gut.
00:26:25: Sie haben ein Kapitel in dem Buch.
00:26:27: das heißt Warum Stiftungen Nichts Lösen?
00:26:30: Das ist relativ am Ende und ich stelle mir die Frage Wenn Stiftung wirklich nichts lösen warum sind sie denn ein Fan dieser Stifte?
00:26:37: Das liegt daran weil sie als Struktur Dinge machen können die sie als Mensch niemals machen.
00:26:45: Sie können unsterblich werden und die Kernaufgabe ist nicht eine Stiftung einfach so aufzusetzen, sondern sie müssen sich mit ihrer Familie auseinandergesetzt haben.
00:26:54: Sie müssen sich bei ihrer eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen und sie müssen Gedanken darüber machen was es wenn ich einfach nur aussteigen will.
00:27:04: Es gibt ja Unternehmer, die starten, bringen ihr Unternehmen nach vorne und verkaufen das.
00:27:11: dann sind sie raus Geschäft.
00:27:14: Ein berühmtes Beispiel dafür ist Steve Jobs, Unternehmen aufgebaut wurde rausgekickt weil es unter ihm nicht mehr erfolgreich genug lief und kam irgendwann zurück.
00:27:23: aber dieser Weg daraus zu gehen und danach erst mal eine kleine Existenzkrise zu haben damit musste man erstmal umgehen.
00:27:30: das bedeutet dass muss ich als Mensch bewältigen.
00:27:33: wenn ich danach hingehe und eine Struktur erschaffe die dann eine bestimmte Richtung bekommt und das ist der Grund warum mich die Stiftung so sehr liebe Dann kann ich der eine Richtung geben, die für immer eingeschlagen wird.
00:27:45: Und diesen Weg, der wird nachverfolgt und ob ich danach als Mensch noch weitere Dinge schaffe, die dann auch wieder gut funktionieren werden?
00:27:52: Das funktioniert auch!
00:27:54: Also aus einem einfachen Aspekt heraus das ganze mal benannt Ich habe die Erfahrung gemacht aus meiner eigenen Stiftung.
00:28:01: Ich haben meinen Stiftungszweck zu eng gestaltet Aus Unwissenheit.
00:28:07: Ich habe Erziehung und Bildung von Kindern Jugendlichen auszubildenden und Studenten erfasst.
00:28:12: Ich wollte aber einen Projekt fördern zur Gewaltprävention an Schulen.
00:28:18: Damit war ich aus meinem Stiftungszweck raus, denn das waren nicht mehr die Förderung von den kinderjugendlichen Auszubildendenständen sondern von den Lehrkräften und damit hatte ich auf einmal ein Problem.
00:28:30: Und genau deswegen bin ich so ein Verfechter davon dass eine Stiftung nichts löst wenn ich sie einfach nur so hinschütte ja einfach aus dem naja stiftung wird schon gut sein Gedanken sondern die Kernbotschaft lautet eine Stiftung ist dann gut, wenn sie gut überlegt ist.
00:28:47: Wenn man sie sauber strukturiert und etwas mitbringt.
00:28:50: Zum Schluss, Herr Drache vielleicht noch mal eine Frage weil wir haben ja hier jetzt mittlerweile zwei ausgewiesene Experten zum Thema Philanthropie.
00:29:00: Aus ihrer Erfahrung, aus Ihrer Betrachtung.
00:29:03: Wie steht es um die Philanthropie in Deutschland?
00:29:06: Und welche Herausforderungen kommen auch politische durchaus in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren auf sie zu.
00:29:15: Ich bin überzeugt davon dass wir auch die politischen Diskussionen überleben werden.
00:29:23: Auch das ist einer der Gründe warum ich die Stiftung als Rechtsform so anerkenne Denn wenn man sich beispielsweise Die Vorgerei anschaut in Augsburg.
00:29:33: Dann reden wir von einer Rechtsform Von einer Konstruktion die über fünfhundert Jahre alt ist.
00:29:39: In diesen fünfhundert jahren Geschichte sind so viele schreckliche Dinge passiert, aber etwas hat überlebt.
00:29:46: Oh!
00:29:47: Die Stiftung und auch der Gedanke des Stifters und auch das Stifter-Wille wird bis heute durchgetragen.
00:29:54: Das heißt genau da ist mein Ansatz, das ist meine persönliche Bestätigung.
00:30:01: wenn ich einfach nur die Nebenprojekte, die kleineren nicht minder bewertet sondern die kleineren Projekte realisieren, die jetzt gerade eine Auswirkung auf die aktuelle Tagesbasis haben.
00:30:13: Dann ist das ne schöne Sache!
00:30:15: Aber wenn ich etwas erschaffen kann was die nächsten hundert oder fünfhundert Jahre Bestand hat, was auch Bauträgern zum Trotz stehen bleiben kann und den Willen des Stifters nachhaltig behält dann ist es ne verdammt starke Sache und deswegen bin ich sehr zuversichtlich was unsere philantropischen Gedanken angeht.
00:30:34: Es gab noch nie so viel Geld in der Welt wie heute.
00:30:37: Mark an der Politik oder an der Systematik von Geld liegen, aber wir begleiten ja nicht nur privatnützige Stiftungen sondern vor allem auch gemeinützigen Stiftung.
00:30:50: Was ich sehen kann ist dass es auf jeden Fall eine Renaissance der unselbständigen Stifthunden geben wird denn die rechtsfähigen Stifts sind quasi zu geringem behördlichen Unterstützungen um das mal sozusagen.
00:31:06: Stiftungsaufsichten sind maximal am Limit was die Abarbeitung angeht.
00:31:11: Ihr Job ist eigentlich die Beaufsichtigung der Gemeinnützigen Stiftungen, aber die Neugründungen habe ich ja erwähnend im oberen Dreistellingsbereich.
00:31:20: Da sieht man das wird nichts!
00:31:23: Aber die Gemeinnötzigkeit an sich, die Philanthropie, die wird weiter zunehmen.
00:31:29: Sehen Sie das anders?
00:31:31: Ja, ich teile den Optimismus nicht weil ich glaube die Grundannahme weil sie hier mit allem Recht haben also die Ewigkeit dass meine Stiftung mich überlebt und ich mit meinem Geld Gesellschaft stärken und prägen kann, auch dann bin ich schon lange zu Staub zerfallen.
00:31:49: Der anderen Seite haben wir aber auch erlebt das in den zwanziger Jahren und Anfang der dreißiger Jahre in Deutschland wie dort nicht mehr Stiftungen hatten als danach nach dem Dritten Reich.
00:31:58: Das heißt sobald wir den Vater Demokratie verlassen und es dort Menschen gibt die vielleicht den falschen Glauben haben also jüdische Stifter wenn dort Stiftungen sind, die den falschen Zweck haben – politisch.
00:32:10: Minderheiten, Geflüchtete, Menschen mit Beeinträchtigung.
00:32:14: Haben wir ja erlebt wie die Nazis genau diese Stiftung aufgelöst haben und sich das Vermögen einverleibt haben?
00:32:20: Ich glaube ja dieser Ewigkeit dafür haben viele dieser modernen Stiftungs eine Chance.
00:32:25: aber wir müssen auch aus den Stiftogen heraus dafür kämpfen dass diese demokratische Grundordnung erhalten bleibt weil dann kann es auch die nächsten drei, vierhundert Jahre funktionieren.
00:32:37: Ich verstehe den Aspekt.
00:32:39: Ich frage mich nur, wie war es dann beim Feudalismus zum Beispiel?
00:32:44: Auch da gaben die Leute ja Dinge und das ist sozusagen deswegen daher mein Optimismus.
00:32:50: obdann dieser miserable Zeitabschnitt des Dritten Reiches oder falls irgendwann mal eins käme ein viertes fünftes oder sechstes Das ist halt auf uns Menschen und unser Leben gesehen eine sehr bittere Zeit.
00:33:06: Manche von den Zuhörern oder den Zielstiftern haben die Zeit ja sogar noch miterlebt.
00:33:13: In hundert Jahren wird das keiner mehr überlebt gelebt haben, bei denen wird dann man sagen, was wird denn da schon gemacht worden sein?
00:33:20: In diesem Grundoptimismus bin ich unterwegs und einer der Punkte, der mich besonders bewegt in dieser Stiftungslandschaft ist wenn ich nicht hingehe – und ich liebe diese Unterhaltungen mit Stiftern die nicht hingehen und sagen, ich bin der One-Man-Show.
00:33:37: Ich entscheide das jetzt einfach so und so wird es jetzt gemacht.
00:33:41: Sondern dass man das innerhalb der Familie besprochen hat, kriegt man ein viel größeres Verständnis auch über die Generation hinweg.
00:33:47: Das heißt also die Förderfähigkeit, die Fördervergabe, das Herausgeben von Geld und zwar freigiebig gerne kommt von Menschen, die den Grundgedanken ihrer Eltern verstanden haben.
00:34:02: Jemand, der sowas sagt wie das Projekt XY fördern, weil mir das und das wichtig ist.
00:34:09: Und ich erkläre das den Kindern dann gibt er von keiner hinterher ein Pflichtteilsanspruch ab.
00:34:14: wo sagt nein diese Stiftung dieser Vereine diese Gemeinnützige Organisation soll das nicht bekommen.
00:34:20: überlegen Sie mal was im Testaments- und Erbschaftsmarketing alles getan wird und wo du hinterher doch wieder Ärger hast?
00:34:29: Weil derjenige der das unterschreibt oder derjenigen der verspricht Der spricht einfach nicht mit seinen Abkömmlingen darüber, der sagt dann nix.
00:34:39: So diesen Groll den werden sie zu spüren bekommen auch im Nachhinein.
00:34:44: und das ist das Gegenteil von dem was ich versuche zu erklären dass es das ist falsch reich.
00:34:49: Ich gehe hin, verschweige alles, werde vielleicht grollig und dann versuche ich irgendwas wegzugeben.
00:34:56: Die eine Seite freut sich, die andere wird auf jeden Fall alles juristisch dafür tun.
00:34:59: Das ist zerstört und so ähnlich funktioniert das halt auch mit dem Dritten Reich.
00:35:04: Die zerstören das?
00:35:05: Ja, das stimmt!
00:35:06: Und wir können noch einen Schritt weitergehen.
00:35:08: Wir können auch in den Kommunismus marschieren.
00:35:10: Auch in der DDR hat es die ein oder andere Stiftung nicht überrebt weil eine Verstaatlichung vom gesamten Vermögen ist halt weg.
00:35:18: aber ist das dann die Stiftungen, die das Problem darstellt?
00:35:22: Ist das die Rechtsform XY?
00:35:24: Nein... das Rechtsgebilde, aber wenn man dran bleibt dann kommt sie zurück und so hat es die Stiftungswelt auch überlegt.
00:35:31: Also
00:35:31: nehmen wir mit dass eine Stiftung nicht nur das Vertrauen in die Zukunft braucht sondern auch nur Offenheit im eigenen Umfeld wenn man sie gründet
00:35:39: Absolut.
00:35:40: Und vor allen Dingen diesen positiven Moment!
00:35:42: Vielen Dank für dieses ja teilweise schon sehr philosophische Gespräch, Sascha Drache schön dass Sie bei uns waren und beim nächsten Buch richtig reich oder richtig arm freuen wir uns wenn sie wieder zu uns kommen.
00:35:57: Vielen Dank!
00:36:08: Wir freuen uns auf Sie.