Marina Weisband über das Grundrecht Bildung
Marina Weisband denkt Bildung nicht als Reform, sondern als Grundsatzfrage. Die Politaktivistin und diplomierte Psychologin hat mit Aula eine Plattform geschaffen, die Schülerinnen und Schülern echte Mitbestimmung ermöglicht – keine Alibi-Beteiligung, sondern gelebte Demokratie im Schulalltag.
Als Head of Vision bei Aula treibt sie voran, was Schule seit Jahrzehnten schuldet: Demokratie nicht nur zu lehren, sondern zu leben. Bekannt wurde Marina Weisband durch ihr Engagement bei der Piratenpartei. Heute kämpft sie an einer anderen Front – öffentlich, ohne Beschönigung, und mit einer Klarheit, die selten ist.
„Warum sollen Kinder in Schulen nicht Kreativität und Demokratie lernen?“
Partizipation ist für Marina Weisband kein pädagogisches Konzept – sie ist ein echtes Werkzeug. Bei Aula können Schülerinnen und Schüler eigene Anträge stellen, abstimmen und Schulentscheidungen mitgestalten. Was simpel klingt, ist in der Praxis ein Paradigmenwechsel: Junge Menschen werden nicht beschäftigt, sondern ernst genommen. Im Podcast spricht Marina Weisband darüber, wie das gelingt – und warum Schule längst mehr kann, wenn man sie lässt.
Daneben spricht sie offen über ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis, eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die zu extremer Erschöpfung führt, die sich durch Ruhe nicht bessert. Körperliche oder geistige Anstrengung verschlimmert die Symptome oft tagelang, viele Betroffene können kaum arbeiten. Marina Weisband hat gelernt, mit dieser Realität umzugehen – und was diese Erfahrung über Fokus, Prioritäten und Wirksamkeit lehrt, ist eine der überraschendsten Einsichten des Gesprächs. Das klingt paradox. Und ist es vielleicht auch – aber genau darin liegt die Erkenntnis.
„Diese Krankheit hat mir viel Zeit gespart!"
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