Ansgar Wimmer über die Gefährdung der Demokratie
Er trägt einen dunklen Rollkragenpullover und lächelt freundlich. Ansgar Wimmer sieht auf den ersten Blick nicht aus wie jemand, der es geschafft hat, über hundert gemeinnützige Organisationen, Einrichtungen, Projekte und Unternehmen aus allen Bereichen der Stadt Hamburg unter einer gemeinsamen Flagge zu vereinen. Und doch ist es gelungen: Der Vorstandsvorsitzende der Toepfer-Stiftung hat das Projekt GoVote ins Leben gerufen –und fast alle machen mit. Das Ziel: Demokratie stärken! Mit Jörg Schumacher sprach Ansgar Wimmer im neuen Podast von neues-stiften.de über den Erfolg und die Herausforderungen des Projektes.
„Nicht jede Partei in der demokratischen Landschaft ist auch demokratisch!“
Den Anfang machte die Europawahl im Juni. Wimmer, seit 2005 im Vorstand der Toepfer-Stiftung, die sich europaweit auf den Gebieten Kultur, Wissenschaft, Bildung und Naturschutz engagiert. Ein besonderes Anliegen ist ihr die europäische Verständigung unter Wahrung der kulturellen Vielfalt. GoVote sollte das Projekt heißen, dass sich in besonderer Weise um die Zivilgesellschaft kümmert.
Und die Herausforderungen waren groß: Studien zeigen, dass das Vertrauen in demokratische Institutionen abnimmt, während Verschwörungstheorien und Desinformationen zunehmen. Außerdem gewinnen populistische Bewegungen an Zulauf. Und vor allem, so Wimmer: „Immer wieder entscheiden sich Menschen, nicht zu wählen, und entziehen damit dem demokratischen Prozess ihre Stimme.“ Das soll mit GoVote anders werden und dafür steht Wimmer: „ich habe vier Kinder, deren Zukunft soll eine demokratische ein. Dafür müssen wir jetzt aufstehen. Denn Demokratie ist mehr als Wählen. Sie ist das Betriebssystem unserer offenen Gesellschaft.“
Inzwischen unterstützen mehr als hundert Akteure aus der Stadtgesellschaft die Aktion, 14 beteiligte Stiftungen leisten sogar einen ganz besonderen Beitrag. Unter dem Dach der Bürgerstiftung wurde ein Förderfonds für GoVote aufgesetzt. Wimmer: „Damit unterstützen wir Projekte und Aktionen, die die Relevanz demokratischer Werte und Prozesse sichtbar und erlebbar machen.“ Aber für ihn ist auch klar:
„Auch die politischen Stiftungen müssen langsam handeln!“
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